Designmarkt, Veranstaltungen
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Impressionen vom Stijl Designmarkt in Nürnberg

Am 20. und 21. Mai fand der zweite Stijl Designmarkt in Nürnberg statt. Location-Adresse war Auf AEG in der Nürnberger Weststadt. Diesmal war ich nicht als Besucher dabei, sondern begleitete den Standaufbau meiner Freundin Mareike.

a_Halle_aussen

Persönlich – als Besucher – kannte ich den Stijl Designmarkt bislang nur von Mainz und da war der Kreativmarkt bei meinem Besuch proppenvoll. Wer den Ratgeber gelesen hat, weiß wie begeistert ich war. Dementsprechend waren meine Erwartungen für Nürnberg ziemlich hoch. Die erste Stijl in Nürnberg fand 2014 statt und hatte 6.000 Besucher angezogen. Nun stand also die zweite Veranstaltung an. 

Vor dem Markt kommt der bekanntlich der Aufbau: Während ich noch im dritten oder vierten Stau auf A6 stand, schickte mir Mareike bereits eine Whatsapp-Message, damit ich mich auf dem AEG-Gelände zurecht finde – wenn ich denn mal eintreffe. Das Gelände ist ein Industrie-Quartier der ehemaligen AEG. Falls sich noch jemand daran erinnert: Das war bis in die Achtzigerjahre einer der größten Elektrokonzerne überhaupt. Die Marke AEG gibt es heute noch, jetzt gehört sie zum Electrolux-Konzern. Das mit der Beschreibung war auch echt nötig, denn so ein Werksgelände ist ordentlich groß und verschachtelt, mit Höfen und Hallen und Durchfahrten. Außerdem lenkte mich das Navi in der Muggenhofer Straße auf die falsche Seite des Baustellen-Einbahnstraßenstücks. Obwohl ich also vorgewarnt war, irrte ich erstmal ein paar Minuten herum, bevor ich den richtigen Hof fand. Ein paar Transporter und Kisten tragende Menschen signalisierten mir, dass ich richtig war. Geparkt habe ich sicherheitshalber draußen.

Ich war, wie gesagt, spa_Steckdoseät dran. Mareikes Stand sah schon fast fertig aus und musste „nur noch“ bestückt, verkabelt, gesichert und mit dem ganzen Verkaufsklimbim ausgestattet werden. Während ich mich bemühte, die Ware schön in die Regalfächer einzuräumen und parallel die umgefallene Kiste mit den Stempeln zu sortieren (so eine Hängerklappe kann verdammt tückisch sein!), kroch Mareikes Mann Achim hinter dem Bauzaun herum und befestigte die Displays kippsicher. Die elektronische Kasse bekam diesmal eine eigene Steckdose – man lernt einfach bei jedem Aufbau dazu.

 

Wer du dich fragst, was zum Verkaufsklimbim neben der Kasse (und/oder einer Geldtasche) alles dazu gehört und warum auch das Zeit frisst: Preisschildchen kontrollieren, ersetzen und diejenigen anbringen, die immer zu Transportzwecken abgebosselt werden. Flyer müssen strategisch und fallsicher platziert werden, und Schilder natürlich auch. Etwa Hinweis- oder Werbeschilder, die bereits aus ein paar Metern Entfernung zeigen, was es am Stand gibt. Das EC-Karten-Schild, damit Besucher wissen: Hier geht Kartenzahlung. Einkaufstütchen müssen hingerichtet („hinrichten“ – typisch bayrisch ;-)) werden. Die Kasse an den Strom anschließen und checken, ob sie funktioniert, den Rest des Thermopapierröllchens austauschen. Quittungsblöckchen, Stift, Taschenrechner … Puh, ich könnte noch länger aufzählen, aber du kannst ja auch einfach in die Checkliste gucken.

a_KasseUm 21 Uhr rum war dann Schluss für den Tag. Im Halbdunkel unternahm ich noch einen Ausflug zur Toilette im 70er Industrie-Schick. Den Lichtschalter fürs Treppenhaus fand ich nicht, also hab ich mich hochgestastet. Übrigens waren außer uns nur etwas mehr als eine Handvoll Aussteller bereits am Aufbauen, der Rest kam erst am nächsten Tag.

Am Samstagmorgen haben wir uns um halb acht zum Frühstück getroffen und waren um kurz vor neun am Stand. Eröffnung war um 11 Uhr. Schon bei der Anfahrt waren von der Hauptverkehrsstraße aus Bauzäune mit großen Hinweisplanen zu sehen, auch der restliche, leicht komplizierte Weg zur Halle war gut ausgeschildert. Zusammen mit dem herrlichen Wetter bestärkte das unseren Optimismus.

Zu den Restarbeiten am Zaubereike-Stand gehörte das vollständige Bestücken mit Ware, das Befüllen der Kasse mit dem Anfangsbestand, also dem Wechselgeld, das Einschalten der Lampen – auch wenn uns die Sonne kräftig durch die Oberlichter angeblinzelt hat und Licht erstmal überflüssig war. Die Vorräte und alles, was man so während des Verkaufstages brauchen könnte, wurden hinter Sichtschutz versteckt – ordentlich ist einfach schöner.

Um kurz vor elf unternahmen wir einen Rundgang und sahen einige Mitaussteller, die noch ganz schon am Rotieren waren. Unter den Ausstellern waren einige, die uns schon vom DaWanda-Markt in München, vom Augenschmaus in Mannheim, von der Stijl in Mainz oder Leipzig bekannt vorkamen. Die Musikbeschallung lief auch bereits und dann trudelten auch schon die ersten Besucher ein. Auch wenn das jetzt vielleicht sehr deutlich ist: „Eintrudeln“ trifft es von meinem Gefühl her ziemlich gut. Während meiner Anwesenheit in den ersten drei Stunden war der wirklich schöne Markt in der hellen Halle mit dem tollen Flair und den originellen Ständen nur so mittelmäßig besucht. Und soweit ich gehört und auch in einer Facebook-Gruppe gelesen habe, wurde es weder am Samstag noch am Sonntag knallvoll. Kein Vergleich zu Märkten wie in Mainz, die halt schon im 14. Jahr laufen.  So schade!

a_EröffnetKeine Ahnung, woran es gelegen hat und wie der Veranstalter den Erfolg der Veranstaltung beurteilt. Bislang habe ich noch keine Besucherzahlenmeldung gesehen. Dafür aber einen Bericht auf der Website nordbayern.de – wobei es sich mehr um eine Bilderstrecke handelt. Vielleicht sind zwei Veranstaltungen mit einer einjährigen Pause dazwischen einfach noch zu kurz, um von einem etablierten Kreativmarkt auszugehen?

Ich frage mich natürlich auch, mit welcher Bilanz die Aussteller nach Hause gegangen sind. Die Teilnahme an einer Stijl ist schließlich kein Schnäppchen. 1,50 m x 1,50 m Standfläche schlagen mit 165 Euro netto zu Buche, das ist wirklich nicht viel Platz. Strom kostet 50 Euro extra, fürs Parken und den Early-Bird-Aufbau am Freitag hatten die Veranstalter ebenfalls 50 Euro in Rechnung gestellt. Netto. Dazu kommen Anreise, Übernachtung, Verpflegung und weiterer Aufwand für die Warenproduktion, die Verkaufsausstattung sowie natürlich der Faktor Zeit – von der Anmeldung über die Vorbereitungen bis hin zum Abbau, Rückfahrt und Nachbereitung.

Mein persönliches Fazit: Der Stijl Designmarkt macht wirklich Spaß – auch mir ist es wieder nicht gelungen, den Geldbeutel geschlossen zu halten … Als Aussteller muss man einfach schauen, ob man es sich notfalls auch leisten kann, ohne Kostendeckung teilzunehmen – gerade wenn ein Markt womöglich noch in den Kinderschuhen steckt, sich also an einem Veranstaltungsort noch nicht etabliert hat.  Das herauszufinden ist nicht leicht, denn kein Veranstalter wird euch offen auf das Risiko hinweisen oder euch den Erfolg garantieren.

Aber hey, es war trotzdem schön! Die Stimmung, die Menschen, die Betreuung durch das Veranstalterteam …  Und habe ich überhaupt schon das hammermäßige Essen erwähnt? Endlich konnte ich mal Pulled Pork probieren, das hatte ich schon lange auf der Liste. Mehrere Food Trucks vor der Halle boten beispielsweise Veggie-Snacks, Hamburger und Wraps an, die ebenso köstlich aussahen wie sie schmeckten. Mein Pulled Pork Wrap war sooo lecker, dass mir noch beim Schreiben darüber das Wasser im Mund zusammenläuft! Echt jetzt 😉

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