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Die zweite fast unendliche Geschichte samt Jostabeeren

2011 erschien im Christopherus-Verlag ein gemeinsames Bastelbuch von Mareike Grün und mir: Adventskalender einmal anders. Auf Seite 42 findet sich eine Bastelanleitung mit einer Adventskalendergeschichte in 24 Teilen, Kapitelüberschrift „Eine fast unendliche Geschichte“. Diese Geschichte hat zur ersten Fanpost meines Lebens geführt!

Beitragsbild_Adventskalenderbuch_Schatten

Im Dezember 2014 erreichte mich über den Umweg Kreativ-Service beim Christopherus-Verlag die Leserzuschrift von Frau B. Sie schrieb mir, dass sie selbst ein Jahr zuvor von einer Freundin mit unserer Adventskalendergeschichte bedacht worden sei. Diese Geschichte habe sie nun weiterverwendet, um ihren Lieben mit selbst gebastelten Kalendern die Adventszeit zu verkürzen. Und obwohl die Verwandtschaft abgewinkt habe, man brauche mit über 70 doch eigentlich gar keine Adventskalender mehr, steige die Ungeduld über den Fortgang der Geschichte mit jedem Tag. Was habe ich mich gefreut! Knapp fünf Jahre nach dem Schreiben sorgte unsere Geschichte immer noch für (Bastel-)Freude. Beglückt von Frau B.´s Bericht versprach ich ihr, dass sie für die nächste Saison eine neu ausgedachte Geschichte erhalten würde. Ab August klebte ein Erinnerungs-Post-it an meinem Monitor …

Wie die neue Adventsgeschichte entstand

Anfang November 2015 fragte Frau B. schüchtern an, ob die neue Adventsgeschichte schon am Werden sei. Leider war sie es nicht, denn a) steckte ich seit dem Sommer knietief in mehreren Projekten, und b) wollte mir so gar nichts einfallen. Hilfe! Mareike!! Via Skype schüttelte meine Freundin mal kurz eine Idee aus der Hüfte. Nein, Quatsch, das Sprichwort geht ja anders. Also, Mareike schoss aus der Hüfte: Protagonist: Eichhörnchen, Plot: Wohnt im Baum und der soll nun gefällt werden. Klasse! In Sekundenschnelle skypten wir hin und her, was dem Tierchen mit dem buschigen Schwanz denn so grob alles passieren könnte. Am nächsten Tag konnte ich Frau B. signalisieren, dass die neue Geschichte in der Entwicklung sei.

Bei unserem regen Mailaustausch in den nächsten Wochen erfuhr ich immer weitere nette Details über Frau B.´s Hobbys und baute diese kurzerhand in den Handlungsstrang mit ein (ich sag nur: Joostabeeren und Puschen). Auslastungsbedingt erhielt Frau B. die Geschichte in zwei Teilen, was sie mir zum Glück nicht krumm genommen hat. Um die Mitte herum hatte ich mich etwas verhakt, denn es ist ja so:

Erstens sollte jeder Tages-Textabschnitt nur sechs Zeilen in Word umfassen, damit es nicht zu lang zum Abschreiben wird.

Zweitens braucht jeder Textabschnitt einen Cliffhanger – einen kleinen Höhepunkt also, der mehr Fragen aufwirft als er löst und der die Spannung und die Vorfreude auf den nächsten Tag aufrecht erhält. Dafür gehen eine bis zwei Zeilen drauf, weshalb für die echte Handlung eines Tages nur vier oder fünf Zeilen Platz ist. Ganz schön knapp!

Drittens hatte ich, damit die Geschichte nicht zu liebreizend wird, den „bösen“ Onkel Peter eingebaut. Der sollte nun aber nicht die Hauptrolle übernehmen. Das Eichhörnchen selbst war ja im Wald zurückgeblieben – bloß: Wie bekam ich es wieder in den Mittelpunkt der Geschichte, ohne gleich ein Happy End auszulösen? Mareike, die nicht nur leidenschaftlich gerne Fantasy liest, sondern auch extrem einfallsreich ist, hat mir geholfen, die Eichhörnchengeschichte zu einem guten Ende zu bringen. Und Frau B. war sehr zufrieden damit. Für mich wiederum berührend: Frau B. hat zu Eichhörnchen eine besondere Beziehung, aber das wussten wir beim Ausdenken der Geschichte nicht. Was ein Glücksfall!

Von der Adventsgeschichte zur Adventsbloggerei

Das Ende war dann wiederum der Anfang von unserer Adventsbloggerei, denn Mareike sagte zu recht: Wenn da schon eine neue Geschichte ist, dann veröffentlichen wir die auch. Nun müsst ihr wissen: Wenn Mareike – als kreativer Augenmensch – ein Projekt in Angriff nimmt, dann muss das auch schön aussehen. Also so mit Bildern oder Grafiken oder Illustrationen oder so. Was dazu geführt hat, dass sie aus vorhandenen Stempelmotiven (die sie ja ohnehin selbst illustriert) und neu gezeichneten Motiven 24 passende Bildmotive für die Adventsgeschichte zusammengestellt und auch mir zur Verfügung gestellt hat. Das Ergebnis habt ihr vielleicht vom 01. bis zum 24. Dezember hier auf dem Blog oder via Facebook gelesen. Aber es geht noch weiter!

Adventsgeschichte_2015

 

 

 

 

 

 

Whatsapp und ein Fanpäckchen

Die Initiatorin der ganzen Sache – Frau B. – ist eine total kreative Frau. Sie weiß nicht nur, wie man Freunde und Familienmitglieder glücklich macht, sondern auch, wie man Whatsapp zum Geschichtenerzählen nutzt. Leute, jetzt kommt´s: Frau B. hat diesen Advent die alte, also die erste Adventskalendergeschichte aus dem Adventskalenderbuch über eine Whatsapp-Gruppe geteilt. In der Gruppe hat sie weit entfernt wohnende Freunde und Bekannte versammelt. Die versorgte sie vom 01.12. bis Heiligabend jeden Tag mit einem Textschnipsel – und wehe, sie hatte sich mal verspätet. Dann wurde ungeduldig nachgehakt. Ist das nicht fantastisch? Ach, sie hatte so einen Spaß – und ich mit ihr! Denn heute, am 24. Dezember, hat sie mir quasi einen Nachbericht gesendet.

Vor fast vier Wochen schon hat mich ein liebevoll gepacktes Päckchen erreicht, darin auch die für mich fast schon legendäre Jostabeere in Marmeladenform – ihr seht es ja hier auf dem Foto. Liebe Frau B.! Ihre Anfrage beim Verlag und alles, was diese Aktion in Gang gesetzt hat, hat auch uns – Mareike und mir – einen unvergesslichen Advent beschert. Vielen Dank dafür!

Beitragsbild_Jostabeere_Schattenrand

PS: Ich könnte euch jetzt noch von dem Schürzenstoff mit Eichhörnchen erzählen, den ich fürs Nähen von Mareikes Geburtstagsgeschenk verwendet habe. Aber irgendwann ist auch mal Schluss mit der fast unendlichen Geschichte 😉 Ihr könnt ja weiter unten mal kommentieren, was ihr von der Geschichte hinter der Adventsgeschichte haltet.

Übrigens: Wer nun wissen will, wovon die alte Adventsgeschichte (die im Adventskalenderbuch) handelte, die das Ganze ausgelöst hat, hier der Link zur Downloadseite des Christopherus-Verlags.

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